
OL als Kurzform für Orientierungslauf beschreibt eine Laufsportart, bei der mithilfe von Karte und Kompass so genannte OL-Posten in der richtigen Reihenfolge angelaufen werden. Trainings und Wettkämpfe finden sowohl im Wald als auch in urbanem Gelände statt. OL ist ein Familiensport. Von Mädchen bis und mit zehn Jahren bis zu den erfahreneren Herren über 80 gibt es bei Wettkämpfen für alle eine Kategorie. In der Region Nordwestschweiz gibt es fast während dem ganzen Jahr regionale Wettkämpfe, aber mehrheitlich finden sie im Frühling und im Herbst statt. Meistens starten zwischen 100 und 200 Läuferinnen und Läufer. Regelmässig organisieren Mitgliedsvereine nationale oder sogar internationale Wettkämpfe. Im Herbst 2019 waren die Besten der Welt in der Region: In Laufen fanden drei Weltcupläufe statt.
OL-Karte
Die OL-Karte ist die Grundlage für das Orientieren. Im Massstab 1:4’000, 1:10’000 oder 1:15’000 wird das Gelände deutlich detaillierter kartiert als auf gewöhnlichen Landeskarten. OL-Kartographen verbringen viel Zeit im Gelände und zeichnen Geländemerkmale verschiedenster Art wie Wege, Höhenkurven aber auch Steine, Dickichte und Bäche ein.
Ausrüstung
Die für den OL notwendige Ausrüstung beschränkt sich auf ein paar wenige Sachen und ist relativ günstig. Wichtig sind ein Kompass, Joggingschuhe mit gutem Profil (oder spezielle OL-Schuhe) und sportliche Kleidung, die gut schützt. Bei Wettkämpfen in der Schweiz findet die Zeitmessung über einen so genannten SI-Card der Firma SPORTident statt. Einen solchen kann man günstig an regionalen Wettkämpfen mieten.
Die OL-Karte erhält man in der Regel vom Trainingsleiter oder am Start des Wettkampfes.
OL in der Region Nordwestschweiz
Insgesamt gibt es sieben aktive OL-Vereine. Unter «Über uns» → «Vereine» findest du eine Übersicht. Jährlich finden rund 20 kleinere und grössere OL-Wettkämpfe in der Region statt, die auch Bahnen für Anfängerinnen und Anfänger anbieten. Neben vielen Breitensportlerinnen und Breitensportlern stammen auch zahlreiche erfolgreiche Spitzenläuferinnen und -läufer aus der Region.
Zu den früheren Weltmeistern aus der Nordwestschweiz gehören unter anderem Fabian Hertner, Ines Brodmann (heute Merz) und Matthias Kyburz. Der Möhliner Matthias Kyburz gewann acht Weltmeistertitel und sechsmal den Gesamtweltcup. Ende 2025 beendete er seine erfolgreiche OL-Karriere und konzentriert sich seither auf den Marathon.
Auch heute ist die Nordwestschweiz im internationalen OL-Spitzensport vertreten. Tino Polsini und Sofie Bachmann gehören dem Elitekader von Swiss Orienteering an. Tino Polsini gewann 2024 WM-Silber im Einzelsprint, 2025 und 2026 je ein Weltcuprennen und wurde 2026 mit der Schweizer Mixed-Sprintstaffel Weltmeister. Sofie Bachmann gewann 2026 mit der Schweizer Frauenstaffel die Silbermedaille an den Europameisterschaften.



