Sommer-Trainingslager 2026 in Schweden

Hinreise

Am 25. Juli trafen wir uns um 09:05 am Bahnhof Basel SBB und nahmen den ICE Richtung Hamburg. Nach einer ca. acht Stunden langen Fahrt kamen wir in Hamburg an. Am dortigen Hauptbahnhof deponierten wir unser Gepäck und konnten in Gruppen die Stadt anschauen. Danach stiegen wir am Bahnhof Hamburg Harburg in den Nachtzug ein und fuhren durch Dänemark nach Malmö auf der wunderschönen Öresundsbro, wo wir am nächsten Morgen mit ein wenig Verspätung einfuhren. Auch Malmö durften wir anschauen, bevor wir mit dem Direktzug nach Norrköping fuhren. Von dort fuhren wir mit den bereits gemieteten Bussen in unsere Unterkunft.

Essen

Auch in diesem TL wurden wir kulinarisch verwöhnt. Der Morgen startete mit einem feinen Frühstücksbuffet mit Brot, Müsli, verschiedenen Früchten und täglich Nutella:)

Zum Mittagessen gab es den beliebten Lunch mit Brot, Aufschnitt, gekochten Eiern, Gurken und Rüebli und zum süssen Abschluss die sehr beliebte Oreo Schoggi oder Lotus Gutzi, die für den nötigen Energieschub sorgten.

Am Abend wurde in Kochgruppen selbst gekocht unter der Leitung von Julia und Anina, welche immer alles für uns planten und die Einkäufe machten! Es kamen sehr feine und abwechslungsreiche Gerichte zustande. Von Älplermakaronen über Curry bis Fischstäbchen war alles dabei. Ein besonderes Highlight war der gemeinsame Ausflug auf Norrköping ins Restaurant auf Einladung von Otti. Dort durften wir uns alle über eine Pizza oder ein Pastagericht freuen.

Zum Abschluss am Abend gab es meistens noch ein süsses Dessert. Sei es Kuchen, die die Athlet: innen mitgebracht haben, frisches Bananenbrot oder lauwarmer Schokokuchen. Aus der Lagercup-Challenge, bei der wir so viele Heidelbeeren wie möglich pflücken mussten, entstand ebenfalls ein sehr feines Dessert. Die gekochten Heidelbeeren gossen wir über Vanilleeis und liessen uns die Belohnung schmecken. Mit Luki, Elio und Gabi waren es gleich drei Personen, die ihren Geburtstag im TL feierten, diese zelebrierten wir mit feinen Torten. Zum Geburtstag der Schweiz verbrachten wir einen gemütlichen Abend draussen und grillierten gemeinsam.

Wir wurden auf jeden Fall mit der nötigen Energie für die zwei intensiven Trainingswochen versorgt.

Polysporttag

Am Dienstag der zweiten TL-Woche stand ein Polysport-/Ruhetag auf dem Programm.

Nach dem Frühstück fuhren wir an einen See, wo wir Kajaks und zwei Ruderboote mieteten. Wir teilten uns in Dreiergruppen auf und fuhren auch schon los. Zu Beginn hatten einige noch Startschwierigkeiten, die sich dann allerdings bei den meisten mit der Zeit legten.

Wir hatten die Boote für zwei Stunden gemietet und fuhren gemeinsam Richtung Uppsala. Nach einer Stunde kehrten wir schliesslich wieder um. Während die Hinreise noch gemächlich verlief, entstand auf der Rückreise eine Seerosenschlacht, die damit endete, dass ein Kajak kurz vor dem Ziel kenterte.

Nach diesem aufregenden Vormittag fuhren wir zu einem Badesee, wo wir gemeinsam Lunch assen. Anschliessend hatten wir genügend Zeit, um zu baden, zu Sauen, zu chillen oder einfach die schwedische Sonne zu geniessen.

Ausserdem planten wir weiter an unserem Jugendcup-Motto (Tinder: Mir matche mit em Sieg) und überlegten, wie wir unsere Ideen am besten in die Realität umsetzen können.

Zurück in der Unterkunft gab es Abendessen und um diesen entspannten Tag gemütlich ausklingen zu lassen, hatten wir einen freien Abend, den wir nutzten, um Brandy Dog oder andere Spiele zu spielen.

Spezielle Trainingsformen

Da es ein sehr langes TL war gab es auch einige spezielle, lustige Trainingsformen. Im ersten Lagerhaus hatten wir einen Überraschungs-OL. Es war eine spezielle Staffel, mit 3er Teams. Zuerst zwei Ablösungen, wovon eine Indoor-O war. Die letzte Schlaufe musste man als Team absolvieren und da es zwei Pflichtstrecken durch einen See gab, musste einige auch schwimmen. So lernte wir spontan bereit zu sein, Spass zu haben und auch OL mit Schwimmen zu kombinieren.

In der zweiten Woche gab es einen Fun-O in Gruppen, bei diesem war die Karte in verschiedene Teile geteilt und zerschnitten und es waren immer nur kleine Teile überschneidend. So musste man genau schauen und gut bei der Sache sein, da Auffangen eher schwierig war. Dies war eine coole Übung und in Gruppen hatten auch alle ihren Spass.

Intensive Trainings

Wie in jedem Trainingslager gab es auch dieses Mal unterschiedliche intensive Trainingsformen, um verschiedene Wettkampfsituation zu trainieren. In der ersten Woche stand nur eine Intensive Trainingsform auf dem Programm. Im schönen und sehr detailreichen Wald Mela durften wir eine Hasenjagd laufen. Bei einer Hasenjagd werden, auf mehreren Schlaufen, verschiedene Staffelsituationen simuliert. So zum Beispiel ein Massenstart, ein Jagdstart und eben auch eine Hasenjagd. Bei der Hasenjagd startet ein Läufer (der Hase) mit Vorsprung und die restlichen Läufer haben dann einen Massenstart. In aufgeteilten Gruppen führten wir dieses Training durch und konnte so diese verschiedenen Situationen gut üben.

Die zweite Woche starteten wir mit einer 2er Staffel im sehr schwierigen Wald Vittinge. Bei der 2er Staffel konnten wir gut gebrauchen, um das gelernte von der Hasenjagt auf die verschiedenen Situationen anzuwenden. Dies funktionierte bei den einen besser als bei den anderen, es fanden aber schliesslich alle wieder aus dem Wald und man konnte sicherlich nochmals viel dazulernen, zum Beispiel für die Jugendcup Staffel.

Wie in jedem Sommer TL standen auch noch eine Middle und eine Long auf dem Plan. Beide fanden im sehr schwierigen Lunsen statt und waren dazu da, dass man seinen eigenen Wettkampfablauf üben kann und diese zwei Wettkampfformen auch noch simuliert hat. Lange Routen, während der Langdistanz und sehr schwierige kurze Posten bei der Mitteldistanz machten auch diese zwei Trainings sehr schwierig, aber auch Lehrreich.

Als Abschluss des Trainingslagers durften wir noch eine One-Man-Relay machen. Eine «Staffel», bei der jede Person allein ein Team ist. Auch dieses Training war nochmals eine Staffelsimulation. Dadurch, dass man allein ist, hat jede Person auf der ersten Schlaufe einen Massenstart und dann auf der zweiten Schlaufe sozusagen einen Einzelstart. Da die Schlaufen sehr fest gegabelt waren konnte man auch nicht einfach „Trämmle“, sondern musste wirklich auf sich schauen und durfte sich nicht von dem anderen ablenken lassen. Mit dieser tollen Trainingseinheit schlossen wir das zweiwöchige Trainingslager erfolgreich ab.

Wälder

Worauf sich die meisten in diesem TL wohl freuten, waren die Schwedischen Wälder, von denen wir schon viele Geschichten gehört hatten. Nur wenige Athlet: innen hatten schon in Schweden OL gemacht, die meisten von ihnen am O-Ringen, doch der Lunsen war für alle eine Überraschung. Die Wälder waren hauptsächlich sehr offen mit guter Sicht und meist guter Belaufbarkeit, trotz vieler Sträucher am Boden.

In der ersten Woche gab es viele mittelgrosse Hügel und mehr Wege, die zweite Woche war von sehr detailliertem Relief geprägt, nur durch 2.5m Äquidistanz waren all die kleinen Hügel auf der Karte sichtbar. Dass es wenig sehr klare Anhaltspunkte wie grosse Wege gab, führte zu mehreren grösseren Suchaktionen oder teilweise eher fragwürdigen Routen.

Jedoch haben sich alle Athlet: innen gut geschlagen und niemand lief ab der Karte oder 30 Minuten 180° in die falsche Richtung, wie frühere Generationen es auch gemacht hatten…

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir alle in diesen schwierigen Wäldern viel dazulernen konnten, sei es das Fehlerdrehbuch zu optimieren oder die Kompassskills verbessern.

Lagercup / Abendprogramm

Wie jedes Jahr hatten wir auch dieses TL wieder einen Lagercup. Dieser besteht aus mehreren kurzen und lustigen Aufgaben, die in kleinen Gruppen absolviert werden. Am Ende des Lagers wird die Gruppe mit den meisten Punkten ausgezeichnet. Der (zu) begehrte Preis: Eine grosse Tafel Oreo Schokolade.

Die erste Aufgabe war ein Heidelbeer-Sammel-Wettbewerb. Die Gruppe, die in 20 Minuten am meisten Heidelbeeren sammelte, gewann. Um unser Lagerhaus in Bergkulla mussten wir zum Glück nicht weit suchen, bis wir fündig wurden. Eine weitere Aufgabe war ein Quiz, das die Trainer für uns vorbereitet hatten. Es bestand aus Fragen über alle Trainer, beispielsweise Geburtstag, Anzahl Geschwister, Beruf, Anzahl vorgestellter Partner: innen bei den Eltern oder die bevorzugte Bank. Das war sehr lustig und es kam raus, wieviel wir Athleten wirklich von unseren Trainern wissen (teilweise nicht so viel J). Eine weitere Aufgabe war das Nachstellen eines Musikvideos, z.B. zu dem Lied «Supervitamin» von Müslüm. Es war überraschend, wie kreativ die einzelnen Gruppen in kurzer Zeit die Videos umgesetzt haben.

Am letzten Abend in Schweden fand der berüchtigte Abschlussabend statt. Eine Auswahl von Athlet: innen überlegte sich ein lustiges Programm, um das Trainingslager gebührend zusammen abzurunden. Es galt alte Bilder von Athlet: innen zu identifizieren, sich in 10 Minuten zum Skifahren, zum Baden, für ein Date oder eine Langdistanz möglichst kreativ zu verkleiden und Fragen über die Liebe und das Kader richtig zu beantworten. Zu guter Letzt sollten die Trainer: innen beweisen, wie gut sie uns kennen. Wir Athlet: innen ordneten uns in Abwesenheit der Trainer: innen zu einem bestimmten Thema auf, z.B. «wer wird als erste Mutter oder Vater?». Anschliessend vermischten wir uns wieder und die Aufgabe der Trainer: innen war es, uns genauso wieder aufzureihen, wie wir uns selbst eingeschätzt hatten. Das war sehr lustig, weil sich bei einigen Athlet: innen alle einig waren, wo sie hingehören, während andere von den Trainern komplett anders eingeschätzt wurden.

Der Lagercup, der Abschlussabend und viele weitere tolle Abendprogramme haben richtig viel Spass gemacht und haben uns als Gruppe noch näher zusammengebracht.

Unterkunft

Wir schliefen in zwei verschiedenen Unterkünften während des TLs, beide Male in Clubhäusern von Schwedischen OL-Vereinen. Diese waren auch recht verschieden zu unseren gewohnten Lagerhäusern, in der ersten Unterkunft waren zum Beispiel Schlafzimmer, WCs/Duschen und Essenssaal je ein separates Gebäude. Trotz dieser und anderer Unterschiede konnten wir immer gut schlafen und immer essen zubereiten.

Heimreise

Bei der Heimreise sind wir von der One-man-relay richtig ausgepowert und mit einer Stunde Verspätung in den Nachtzug in Stockholm eingestiegen und haben im Zug noch in Elios Geburtstag hineingefeiert. Ebenfalls war bei uns im Wagon viel los, da auch eine andere junge Reisegruppe aus Deutschland dort war und für Unterhaltung/Ablenkung sorgte. Mit ein wenig Verspätung sind wir in Hamburg angekommen und mussten bis Basel mit den Verbindungen Improvisieren, da es eine Baustelle auf den Gleisen gab. Wir mussten Ersatzbüsse nehmen, Züge wechseln, weil sie nicht mehr funktionieren. Trotzdem sind wir alle zusammen mehr oder weniger rechtzeitig in Basel angekommen.

Dieses Mal gibt es ein Brichtli auf eine andere Art, für ein spezielles TL.

Vielen Dank an unsere Trainer*innen, die uns Athleten diesen Traum, bei einem Schweden-TL dabei zu sein, erfüllen konnten! Ein grosser Dank geht auch an die Postensetzer und die Küche und alle, die uns unterstützt haben!

Die Athletinnen und Athleten des NWK NWS

P. S. Vielen Dank auch an die Schwedische Bahn und die DB, die unsere Reise spannend gemacht haben…