NWK NWS an der EYOC: Linus Pusterla’s Rückblick

Meine Reise an die EYOC 2026 begann eigentlich schon im Frühling. Mit dem Nationalen OL Wochenende im Tessin, das gleichzeitig als Selektionswochenende für die Jugendeuropameisterschaft (EYOC) und die Juniorenweltmeisterschaft (JWOC) diente, stand der erste wichtige Meilenstein der Saison bevor.

Sowohl der Mitteldistanz- als auch der Sprinttestlauf verliefen für mich super. Ich konnte meine Leistungen wie erhofft abrufen und mit einem zweiten Platz in der Mitteldistanz sowie einem Sieg im Sprint eine starke Ausgangslage für die Selektion schaffen. Es fehlte nur noch der Langdistanztestlauf an Auffahrt, um die Selektionsläufe abzuschliessen.

Leider konnte ich diesen nicht bestreiten, da ich mir am Wochenende davor mein Aussenband an der SPM angerissen hatte. Mit dem Wissen, einen Testlauf zu verpassen, bangte ich natürlich um meine Selektion und hoffte fest, dass meine ersten zwei Resultate reichen würden. Als die Selektionen dann gemacht wurden, kam die Erleichterung. Trotz des Verpassens eines Selektionslaufs konnte ich mich für die EYOC 2026 selektionieren, was mich natürlich sehr freute.

Jetzt hiess es, den Fuss zu schonen, in die Physio zu gehen und so gut wie möglich alternatives Training zu machen, da ich wegen meiner Verletzung nicht rennen durfte. Mit nur noch fünf Wochen Zeit bis zur EYOC wusste ich, dass es knapp wird, war aber fest davon überzeugt, dass es reicht. Zwei Wochen vor der EYOC bekam ich dann grünes Licht vom Arzt und war bereit, an den Start zu gehen.

Die EYOC fand vom 24. bis 27. Juni 2026 in Nova Gorica (Slowenien) statt. Wir vom Schweizer Team reisten bereits am 22. Juni mit dem Nachtzug nach Slowenien und konnten so dann am 23. Juni noch ein Training im schwierigen Karstgelände von Slowenien machen.

Das Programm der EYOC startete erst am 24. Juni Jedoch hatten wir dann noch keinen Wettkampf, dafür aber die Model Events. Die Model Events sind dafür da, dass man nochmals in wettkampfrelevantem Gelände ein kurzes Training machen kann und auch mal sieht, wie die Posten im Gelände aussehen und wie z. B. ein Sperrgebiet markiert wäre etc.

Am Donnerstag (25. Juni) startete die EYOC dann mit dem Sprintwettkampf. Der Sprint war für mich ein Erlebnis, das ich bis jetzt so noch nicht kannte. Wie am Weltcup in Locarno war der Start aus der Zielarena heraus. Vom Publikum angefeuert, startete man dann in einen technisch anspruchsvollen Sprint. Längere Routenwahlen und schwierige Passagen mit künstlichen Sperrgebieten haben den Sprint sehr abwechslungsreich gestaltet. Ich konnte diese Schwierigkeiten alle gut meistern und bin mit meinem 16. Platz sehr zufrieden. Glücklich mit diesem Ergebnis freute ich mich umso mehr auf die Waldwettkämpfe.

Die Langdistanz am Tag darauf fand im technisch und physisch anspruchsvollen Wald „Lokev“ statt. Die Langdistanz war geprägt von schwierigen Routenwahlen und technisch sehr anspruchsvollen kurzen Posten. Leider konnte ich meine erhofften Leistungen nicht ganz abrufen. Technisch gelang mir zwar ein ziemlich sauberer Lauf. Bis auf einen kleinen Fehler und eine schlechte Routenwahl, welche mich einiges an Zeit kostete, hatte ich keine Fehler. Jedoch merkte ich, dass ich mich physisch nicht optimal auf die EYOC vorbereiten konnte. Wegen meiner Verletzung war das Training vor der EYOC nicht optimal und so verlor ich über den ganzen Lauf einfach zu viel Zeit läuferisch. Mit meinem 11. Platz bin ich trotzdem zufrieden, obwohl ich mir schon etwas mehr erhofft hatte.

Zum Abschluss fand dann noch die Staffel statt. Die Staffel fand in ähnlichem Gelände wie die Langdistanz statt, der Wald war jedoch etwas flacher. Ich war auf der Startstrecke unterwegs, was für mich nochmals ein tolles Erlebnis war. Mit all diesen guten Läufern zu starten, fand ich sehr toll und es freute mich, dass ich diese Strecke übernehmen durfte. Leider konnte ich auch in der Staffel meine Leistungen nicht wie erhofft abrufen. Leider machte ich mehrere Fehler, welche in einem so starken Feld schnell bestraft werden und bald war ich hinter dem führenden Team unterwegs. Leider konnte ich die Lücke nach vorne nicht wieder schliessen und so auch nicht die erwünschte Ablösung laufen. Auch meine beiden Teamkollegen konnten nicht ihre besten Leistungen zeigen und so reichte es am Schluss leider „nur“ für den 8. Platz.

Im Grossen und Ganzen bin ich jedoch mit meiner EYOC zufrieden. Wenn ich auf meine Vorbereitung schaue und im Hinterkopf behalte, dass ich bis zwei Wochen vor der EYOC nicht rennen durfte, kann ich mit meinen Resultaten zufrieden sein. Auch konnte ich wieder wichtige Erfahrungen sammeln und es war ein Erlebnis, welches mir sicherlich in Erinnerung bleiben wird.